Berufsunfaehigkeitsversicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung, die oftmals auch einfach als BU-Versicherung abgekürzt wird, ist ein Teil der Invaliditätsversicherung, zu der beispielsweise auch die Unfallversicherung zählt. Mögliche Versicherungsformen sind die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung oder die Variante der Zusatzversicherung bei einer Lebens- oder Rentenversicherung.
Warum ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Wer seinen Beruf aufgrund einer Erkrankung nicht mehr ausüben kann, verliert gleichzeitig die Chance auf ein regelmäßiges Einkommen. In solchen Fällen droht unweigerlich der finanzielle und soziale Abstieg. Durch die private Berufsunfähigkeitsversicherung wird diesem Risiko vorgebeugt, da sie an die versicherte Person eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente auszahlt, wodurch der Verdienstausfall ausgeglichen werden kann. Dass die Berufsunfähigkeit nicht selten auftritt, zeigen verschiedene Statistiken auf, nach denen etwa jeder vierte Arbeitnehmer im Verlauf des Arbeitslebens seinen gelernten oder ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss. Gründe hierfür sind vor allem:
• psychische Erkrankungen
• Herz-Kreislauferkrankungen
• Rückenprobleme
• Unfälle
Nur geringe gesetzliche Leistungen
Zwar zahlt auch die gesetzliche Rentenversicherung eine Rente aufgrund vorliegender Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall, allerdings fällt diese sehr gering aus und reicht nicht für die Beibehaltung des bisherigen Lebensstandards aus. Zudem wird die Zahlung nur gewährt, wenn eine komplette Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Besonders trifft die Einschätzung der unzureichenden Zahlungen auf alle berufstätigen Personen zu, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind. Für diesen Personenkreis sieht die gesetzliche Rentenversicherung lediglich eine Erwerbsminderungsrente vor, die noch stärker gekürzt ist.
Gesundheitsfragen wahrhaftig beantworten
Für den Abschluss einer Versicherung ist es notwendig, Fragen zur eigenen Gesundheit zu beantworten. Hierbei sollten Sie unbedingt beachten, alle Fragestellungen korrekt zu beantworten. Bei etwaigen Unklarheiten ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Wenn Sie bei den Gesundheitsfragen fehlerhaft Auskunft geben, riskieren Sie eine spätere Weigerung der Versicherung hinsichtlich der Rentenauszahlung. Vorerkrankungen führen in der Regel zu Risikoaufschlägen oder können auch zu Risikoausschlüssen beziehungsweise zur kompletten Ablehnung von Versicherungsanträgen führen.
Besser Versicherungen ohne abstrakte Verweisung nutzen
Besonders wichtig bei der Auswahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Begriff „abstrakte Verweisung“. Dieser bezieht sich darauf, dass einige Anbieter mittels dieser Klausel, keine Rentenauszahlung gewähren, wenn die Person aufgrund der jeweiligen Erkrankung ihren eigentlichen Beruf zwar nicht mehr, aber stattdessen einen anderen Beruf, ausüben kann.
Diese Tätigkeit muss aber eine gewisse Nähe zur vorhandenen Ausbildung und dem beruflichen Wissen haben. Konkret, ein ehemaliger Fach-Ingenieur darf nicht auf einen gering qualifizierten Arbeitsplatz verwiesen werden. Trotzdem ist es ratsam Angebote zu nutzen, die diesen Passus nicht enthalten oder zumindest auf die abstrakte Verweisung ab einem gewissen Alter verzichten.
Wovon ist die Höhe der Beiträge abhängig?
Die jeweiligen Angebote der Versicherungen sind sehr unterschiedlich, weshalb ein intensiver Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherungen absolut ratsam ist. Grundsätzlich sind aber vor allem die nachfolgenden Punkte bei der Berechnung der Versicherungsbeiträge ausschlaggebend:
• Höhe der monatlichen Berufsunfähigkeitsrente
• Alter bei Antragsstellung
• garantierter Inflationsausgleich für Rentenzahlung
• Gesundheitszustand, beispielsweise Vorerkrankungen
• Option der abstrakten Verweisung