Kredit für Arbeitslose
Informationen zum ArbeitslosenkreditWenn Banken und Vermittler über die Kreditwürdigkeit eines Kunden entscheiden, steht das Einkommen ganz oben auf der Liste. Der Kreditnehmer muss in der Lage sein, aus seinen laufenden Einnahmen den Lebensunterhalt zu bestreiten und die Raten zurückzuzahlen. Für Arbeitslose ist es deshalb extrem schwer, überhaupt ein Darlehen zu erhalten – auch wenn online immer wieder suggeriert wird, dass Kredite für Arbeitslose, sogar ohne Schufa, kein Problem darstellen und schnell abgewickelt werden. Das stimmt schlichtweg nicht. Geht man von den Einnahmen aus, in dem Fall Leistungen nach Hartz IV, stellen sie lediglich eine Grundsicherung dar, die nicht viel Luft nach oben lässt. Große Sprünge oder Raten von 100 oder mehr Euro im Monat sind damit nahezu unmöglich. Das hält die meisten Kreditinstitute und Vermittler davon ab, überhaupt Kredite für Arbeitslose anzubieten. Ein ablehnender Bescheid auf die Kreditanfrage ist vorprogrammiert.
Vorsicht vor schwarzen Schafen
Wenn dennoch für Arbeitslosendarlehen geworben wird, müssen Interessenten vorsichtig sein. Zwar sollte man nicht alle Anbieter über einen Kamm scheren. Doch viele erweisen sich als „schwarze Schafe“ und machen sich die Notlage anderer zunutze. Statt einen Kredit zu vermitteln, stellen sie nie erbrachte Leistungen in Rechnung. Diese Geschäftspraktiken ziehen Betroffene im schlimmsten Fall noch tiefer in den Schuldensumpf. Seriöse Vermittler von Krediten für Arbeitslose werden erst dann ein Honorar erheben, wenn ein Kreditvertrag zustande kommt. Dafür sind allerdings Sicherheiten nötig. Da Hartz IV kein Einkommen im eigentlichen Sinn darstellt, kommen gegebenenfalls Immobilien oder auch Lebensversicherungen als Sicherheiten in Frage.
Kredit mit Bürgen
Deutlich einfacher ist es, wenn der Ehepartner bzw. die Ehepartnerin einer geregelten Arbeit nachgeht. Dann ist, abhängig von den finanziellen und persönlichen Umständen, durchaus auch ein regulärer Ratenkredit möglich. Sind keine Sicherheiten in Form eines Eigenheims, einer Versicherungspolice oder des Einkommens vorhanden, steht nur noch ein Weg offen. Der Kreditinteressent muss einen Bürgen haben, der die Raten im Ernstfall übernimmt. Diese Variante birgt viele Tücken und wird daher nur ganz selten akzeptiert. Das größte Problem für die Vermittler besteht darin, dass auch der Bürge zahlungsunfähig wird oder sich möglicherweise sogar weigert, seinen Pflichten nachzukommen.
Arbeitslosenkredit nur als Notlösung
Wenn man es geschafft hat und der Kredit für Arbeitslose bewilligt wurde, muss man sich allerdings im Klaren darüber sein, dass die Zinsen in der Regel deutlich über dem Niveau anderer Ratenkredite liegen. Grundsätzlich ist es eher fraglich, ob ein Kredit für Arbeitslose überhaupt Sinn macht. Zum einen, weil Umwege nötig sind und das Darlehen teurer ist. Zum anderen, weil die Gefahr der Überschuldung mit einem Kredit deutlich zunimmt. Wenn überhaupt, ist ein Arbeitslosenkredit eine Notlösung, die gut überlegt sein will – auch weil die Gefahr besteht, auf eines der vielen schwarzen Schafe hereinzufallen.